Recklinghausen: Oliver Kelch wird im Dom zu Münster Ständiger Diakon

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Münster – Oliver Kelch aus Recklinghausen wird am Sonntag, 15. November, zum Ständigen Diakon geweiht, teilte das Bistum Münster mit. Bischof Heiner Wilmer nimmt die Weihe im St.-Paulus-Dom in Münster vor, gemeinsam mit zehn weiteren Männern. Der 54-Jährige will sich danach ehrenamtlich in der Recklinghäuser Pfarrei St. Peter engagieren.

Vom Fernstudium zur Berufung

Den Diakonat hatte Kelch nach eigener Schilderung zunächst nicht im Blick. Vor einigen Jahren begann er ein Theologiestudium im Fernkurs, weil er mehr über den Glauben wissen wollte. Je intensiver er sich mit dem Glauben beschäftigte, desto stärker wurde sein Wunsch, sich einzubringen. Bei einer Internetrecherche erfuhr er, dass man auch mit einem Zivilberuf Diakon werden kann.

Zur Kirche fand er über Umwege. Kommunion und Firmung hatte er empfangen, näher in Kontakt mit dem Gemeindeleben kam er aber erst Ende der 1990er Jahre. Der damalige Pfarrer Peter Lenfers fragte ihn, ob er die Internetseite seiner Heimatgemeinde St. Markus gestalten könne. Kelch berichtet: „Ab dem Moment war ich dann in Kirche drin“. Außerdem arbeitete er im Pfarreirat mit und übernahm weitere Aufgaben.

Ein Lebensweg mit Wendungen

Nach einer Ausbildung zum Kaufmann machte sich Kelch mit einer Veranstaltungsagentur selbstständig. Danach arbeitete er in der Verwaltung der Pfarrei St. Antonius in Herten und in der Öffentlichkeitsarbeit. Heute ist er Multimediaredakteur beim Kölner Domradio. Einen neuen Anfang fand er bei der Kirche, nachdem seine Agentur insolvent geworden war. „Die Kirche hat mich tatsächlich aufgefangen“, so seine Worte.

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Als prägend beschreibt er eine Reise nach Assisi. Dort war er mit einer Pilgergruppe unterwegs, nahm sich Zeit für Zuhören und für zahlreiche Gespräche. Dabei sei ihm klar geworden, dass er genau das in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weitermachen wolle. Seinen Auftrag als Diakon sieht er neben Trauungen, Taufen und Predigtdienst vor allem in der Nähe zu den Menschen, bei Sorgen, Glaubensfragen und persönlichen Krisen. Durch die Ausbildung liest er die Bibel mit anderen Augen.

Glaube und digitale Medien

Schon seit Jahren setzt Kelch auf digitale Medien, damit der Glaube sichtbar wird. Täglich produziert er den Podcast „Kelch und Amen“, außerdem gestaltet er Radiogottesdienste und kümmert sich um Social-Media-Kanäle. Verkündigung und zeitgemäße Kommunikation sind für ihn untrennbar. „Wir haben eine gute Botschaft und sollten uns damit nicht verstecken“, erklärt er.

Auch als Diakon will er neue Wege gehen und denkt dabei vor allem an junge Menschen. Ihm schweben spezielle Gottesdienstformate für junge Menschen vor, dazu Podcasts und kreative Ideen für die Seelsorge. Trends hinterherlaufen wolle er nicht, sondern Menschen dort ansprechen, wo sie unterwegs sind.

Ehefrau Nadine und die beiden inzwischen erwachsenen Kinder haben ihn durch die Zeit der Ausbildung begleitet und unterstützt. Besonders dankbar ist er seiner Ehefrau.

Die Weihe selbst sieht er ruhig auf sich zukommen. Größeren Respekt hat er vor seinem ersten Gottesdienst als Diakon in der Heimatstadt. Die Vorfreude überwiege jedoch. „Auf dein Wort hin“ ist das Leitwort des Kurses. Für Kelch bedeutet es: aufbrechen, vertrauen und sich senden lassen.

Überblick

  • Termin: Sonntag, 15. November, 14.30 Uhr
  • Ort: St.-Paulus-Dom in Münster
  • Weihe von elf Männern zu Ständigen Diakonen durch Bischof Heiner Wilmer, durch Gebet und Handauflegen
  • Livestream: auf der Homepage des Bistums Münster sowie auf dem Facebook- und YouTube-Kanal des Bistums

Redaktionsnotiz

Kelchs Weg zeigt, dass kirchliches Engagement nicht nur über den klassischen Lebenslauf führt. Für Recklinghausen ist interessant, dass jemand mit Medienerfahrung ehrenamtlich in St. Peter mitarbeiten wird. Offen bleibt, wie seine Ideen für junge Menschen vor Ort konkret aussehen und wann es erste Angebote gibt.

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