Detmold – Ein Ensemble aus dem Studiengang Elementare Musikpädagogik an der Hochschule für Musik Detmold wurde beim diesjährigen EMPerformance-Wettbewerb 2026 mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. Das teilte die Hochschule für Musik Detmold mit. Die Studierenden traten am 18. Oktober im Palais Bellevue in Kassel auf und führten vor Kindern und der Wettbewerbsjury ihr 45 Minuten langes Kinderkonzert „Alles Plastik“ auf.
Tom Sander leitete das Ensemble, Carmen Habbe unterstützte es bei der Konzeption. Entstanden ist ein Konzert, das ausprobiert, wie Plastiktüten und andere Alltagsgegenstände klingen und wie man mit ihnen auf der Bühne arbeiten kann. „Alles Plastik“ zeigt zwei Sichtweisen: Plastik steht für Erfindungsgeist und Fortschritt, zugleich gehört es zu den drängenden Umweltfragen der Gegenwart.
Die Jury lobte besonders den dramaturgischen Aufbau, die Bandbreite der Musik und den großen Anteil an Improvisation. In seiner Laudatio erklärte Matthias Brandt, der an der Staatsoper Hannover als Musiktheatervermittler arbeitet, das Ensemble erschaffe aus Körper, Raum und Material eine ganz eigene Klangwelt. Kinder könnten die Aufführung sofort verstehen, zugleich rühre sie an. Außerdem belege sie, dass künstlerische Exzellenz und Vermittlung einander stärken.
Zum Ensemble zählen Tom Sander, Carmen Habbe, Lara Kronig, Jiaao Chen, Zhepeng Zhang, Ran Xu und Gisline Kappenstein.
Einordnung
Der Detmolder Studiengang Elementare Musikpädagogik zeichnet sich nach Angaben der Hochschule durch einen ungewöhnlich hohen Praxisanteil aus. Er soll die Studierenden auf die vielfältigen Anforderungen ihres späteren Berufsfeldes vorbereiten.
Erste Lehrerfahrung sammeln sie in unterschiedlichen Gruppen, etwa mit kleinen Kindern und Eltern, mit Kindergarten- und Grundschulkindern, mit Senioren und Menschen mit Behinderungen sowie in Kinder- und Jugendchören. Dafür arbeitet der Studiengang mit zahlreichen Einrichtungen zusammen, darunter Musikschulen, die Lebenshilfe Detmold, Kindergärten und Schulen.
Mit seinem Thema greift das Konzert ein Problem auf, das auch das Umweltbundesamt benennt: Plastik in der Natur stelle eine erhebliche Belastung dar, weil es kaum oder gar nicht zerfalle. Mit den Jahren reichere es sich demnach an, sodass sowohl einzelne Tiere und Pflanzen als auch komplette Lebensräume erheblich darunter leiden könnten.
Redaktionsnotiz
Ein Kinderkonzert über Plastik kann leicht belehrend wirken. Dass die Jury gerade Improvisation und Vielfalt lobt, spricht dafür, dass „Alles Plastik“ eher zum Hinhören und Mitmachen einlädt. Offen bleibt, ob und wo das Stück in der Region noch einmal zu erleben ist; dazu nennt die Mitteilung nichts.



