Wer in Lemgo sein Elektroauto an den Säulen der Stadtwerke lädt, muss sich ab November auf eine neue App einstellen. Die Stadtwerke Lemgo teilten mit, dass ihre Ladesäulen zum 1. November 2026 an die Regioladen+ GmbH & Co. KG übergehen. Mit der bisherigen Ladekarte der Stadtwerke kann man nur noch bis Ende Oktober laden.
Hintergrund sind gesetzliche Vorgaben: Die Stadtwerke sind Netzbetreiber und dürfen künftig keine eigene Ladeinfrastruktur mehr betreiben. Darum sind sie bei Regioladen+ eingestiegen. Dort bündeln derzeit 18 kommunale Energieversorger den gemeinsamen Betrieb ihrer Ladesäulen.
Für die Umstellung der Technik brauchen die Stadtwerke ein kurzes Zeitfenster: In den ersten drei Tagen, vom 1. bis 3. November 2026, sind die Säulen unter Umständen zeitweise nicht nutzbar. Geladen und bezahlt wird voraussichtlich ab dem 4. November mit der App von LadeVerbundPlus, dem Ladenetz, dem Regioladen+ angehört.
Hauke Hillebrenner, Vertriebsleiter, erklärte: „Wer jetzt schon die neue App herunterlädt und sich registriert, kann ab dem 4. November direkt losladen.“ Außerdem könne man durch den neuen Verbund auch weit über Lemgo hinaus ein attraktives Angebot machen.
Ein Netz mit rund 4.500 Ladepunkten
In der App lässt sich das Laden starten, beenden und verwalten. Zu den Säulen der Stadtwerke kommen alle Ladepunkte im LadeVerbundPlus-Netz hinzu, deutschlandweit derzeit rund 4.500. Die App kostet nichts. Eine neue Ladekarte brauchen Kundinnen und Kunden nicht zu beantragen. Wer weiter mit Karte laden will, kann sie direkt in der App bestellen.
Die Preise ab November
Im regulären Tarif kostet die Kilowattstunde 55 Cent an AC-Ladesäulen und 68 Cent an DC-Schnellladesäulen, und zwar in Lemgo wie im ganzen LadeVerbundPlus-Netz. Für Stromkunden der Stadtwerke gilt ein Vorteilspreis: 44 Cent (AC) und 52 Cent (DC) je Kilowattstunde bei den Stadtwerken und den Partnern von LadeVerbundPlus. An Säulen außerhalb dieses Netzes können sie in ganz Deutschland ebenfalls laden, dort zu 65 Cent (AC) und 75 Cent (DC) je Kilowattstunde. Den Vorteilspreis schaltet ein persönlicher Partnercode frei. Berechtigte Kunden mit Ladekarte bekommen ihn per Post.
So gelingt der Start
Wer vorab alles vorbereiten möchte, installiert die App über den Apple App Store oder den Google Play Store, richtet ein Benutzerkonto ein und gibt Zahlungs- und Nutzerdaten an. Das betrifft bisherige Ladekarten-Nutzer ebenso wie Neueinsteiger. Für den Vorteilspreis geben Stromkunden der Stadtwerke zusätzlich ihren Partnercode in der App ein. Bisherige Ladekarten-Nutzer wurden bereits per Brief ausführlich informiert. Alle anderen finden ab November auf der Website der Stadtwerke Hinweise zur Freischaltung. Wer den Vorteilspreis nutzen will, aber noch kein Stromkunde ist, kann sich im Kundenzentrum beraten lassen.
Überblick
- Bisherige Ladekarte der Stadtwerke: gültig noch bis einschließlich 31. Oktober
- Übergang der Ladesäulen an Regioladen+: 1. November 2026
- Mögliche Ausfälle: zwischen dem 1. und 3. November 2026
- Laden und Abrechnen über die App von LadeVerbundPlus: voraussichtlich ab dem 4. November
- App: kostenlos, im Apple App Store und im Google Play Store
- Beratung zum Vorteilspreis: im Kundenzentrum der Stadtwerke
- Mehr dazu unter: www.stadtwerke-lemgo.de/faq/laden-in-lemgo
- Preise, Gebühren und Ladestandorte: ladeverbundplus.de/laden
Einordnung
Die Vorgabe, die hinter der Umstellung steckt, steht im Energiewirtschaftsgesetz. Der Paragraf zu Ladepunkten untersagt Betreibern von Elektrizitätsverteilernetzen, Ladepunkte für Elektromobile zu besitzen, zu entwickeln, zu verwalten oder zu betreiben.
Die Bundesnetzagentur erläutert auf ihrer Website, was das Verbot des Entwickelns bedeutet: Der Netzbetreiber darf nicht an Vorarbeiten zum Betrieb des Ladepunktes beteiligt sein. Das betrifft insbesondere Planung, Genehmigung, Beschaffung und Bau von Ladepunkten.
Ausnahmen sind im Gesetz eng gefasst. In Frage kommen sie nur, wenn regionales Marktversagen vorliegt, das eine kommunale Gebietskörperschaft nach einer Ausschreibung festgestellt hat, und die Bundesnetzagentur dazu ihre Genehmigung erteilt hat.
Redaktionsnotiz
Für Ladekunden ist der Wechsel mit etwas Aufwand verbunden, vor allem mit App, Konto und Partnercode. Das Zeitfenster zum Start ist kurz, wer früh registriert ist, spart sich Ärger. Offen bleibt, wie reibungslos Umstellung und Postversand der Codes klappen. Wer Stromkunde ist, sollte den Partnercode zügig eintragen, sonst gilt nur der reguläre Tarif.



