Ahaus – Wer in Ahaus in dieser Woche abends oder nachts einen langsam fahrenden Konvoi bemerkt, muss sich keine Sorgen machen: Der Geologische Dienst NRW (GD NRW) untersucht mit seismischen Messungen, ob im Untergrund Erdwärme zu finden ist. Das teilte die Stadt Ahaus mit. Unterwegs sind drei Vibro-Trucks und zwei Begleitfahrzeuge. Sie lassen den Boden alle 30 Meter kurz vibrieren.
Messzeiten und Route
Der Konvoi misst vor allem spät abends und nachts zwischen 19 und 7 Uhr. So soll der Verkehr möglichst wenig behindert werden. In der Nacht von Samstag auf Sonntag ruhen die Messungen. Nahe an Wohnhäusern ist um 22 Uhr Schluss. Die Fahrzeuge bleiben auf befestigten Straßen. Für Ahaus ist außerdem die Strecke über Heek bis Ochtrup vorgesehen.
Anlieger entlang der Strecke bekommen Informationsflyer in den Briefkasten. Wer Fragen hat, kann die Mitarbeitenden am Konvoi direkt ansprechen oder dem Projektteam per E-Mail schreiben.
So funktioniert die Messung
Die Vibro-Trucks senken hydraulisch Rüttelplatten ab und erzeugen damit kontrollierte Schwingungen. Gesteinsschichten werfen die Schallwellen zurück, Geophone an der Oberfläche zeichnen sie auf. So lässt sich der Untergrund bis in Tiefen von mehreren Kilometern abbilden. Gebohrt wird nicht. Im Blick sind vor allem wasserführende Sand- und Kalksteinschichten, die für eine geothermische Nutzung infrage kommen.
Teil einer größeren Kampagne
Ahaus gehört zur Messkampagne „2D-Seismik Nördliches Münsterland“, deren Auftakt am 14. Oktober 2026 südlich von Geldern lag. Sie umfasst etwa 180 Kilometer, verteilt auf drei Messlinien. Eine davon verläuft von Ahaus nach Hopsten. Betroffen sind vier Kreise und 23 Kommunen. Die gesamte Kampagne soll sieben bis neun Wochen dauern.
Die Messungen gehören zum Programm „Geowärme – Wir erkunden NRW“, das der GD NRW im Auftrag des Landes umsetzt. Die Laufzeit erstreckt sich von März 2024 bis Ende 2028. Bis 2045 soll nach dem Willen des Landes etwa ein Fünftel des Wärmebedarfs aus Erdwärme stammen. Kommunen und Stadtwerke sollen die Daten für die kommunale Wärmeplanung nutzen können. Mit den Messungen fällt also noch keine Entscheidung über ein mögliches Geothermieprojekt.
Überblick
- Messzeit: überwiegend zwischen 19 und 7 Uhr, nahe Wohnhäusern endet die Fahrt um 22 Uhr
- Samstagnacht auf Sonntag bleibt es ohne Messungen.
- Das Projektteam ist per E-Mail unter [email protected] erreichbar.
- Fragen auch direkt an die Mitarbeitenden entlang des Konvois
- Weitere Informationen: geowaerme.nrw.de und ips-celle.de
Redaktionsnotiz
Nächtliche Messfahrten durch die Stadt sind für Anwohner ungewohnt, deshalb ist es sinnvoll, dass Flyer verteilt werden und die Mitarbeitenden vor Ort ansprechbar sind. Ob später tatsächlich ein Geothermieprojekt entsteht, lässt die Mitteilung offen.



