Detmold – Im Alter von 81 Jahren ist Erika Kilcher gestorben. Die Pianistin und langjährige Professorin starb am 24. September 2026, wie die Hochschule für Musik Detmold mitteilte. Die Hochschule trauert um sie.
Kilcher gehörte der Hochschule von 1976 bis 2010 an. Zuletzt hatte sie dort die Professur für Klavierkammermusik inne, dann trat sie in den Ruhestand. Über lange Zeit bildete sie dort Nachwuchsmusiker aus. Grundlage waren ihre internationale Ausbildung und ihre künstlerische Erfahrung.
Stationen in Lehre und Konzert
Geboren wurde Kilcher am 27. Februar 1945 in Thun in der Schweiz. Ihren ersten Klavierunterricht erhielt sie 1954. Später studierte sie in Bern am Konservatorium, danach in Paris am Conservatoire National, wo sie das Diplom als Klavierlehrerin erwarb. Hinzu kamen Studien am Pariser Konservatorium sowie diverse Meisterkurse. Ein Premier Prix folgte 1967.
In den Jahren 1969 und 1970 studierte sie bei Professor Paul Baumgartner in Basel. 1970 ermöglichte ihr ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), bei Professor Hans Leygraf in Hannover an der Musikhochschule weiterzustudieren. Im Rahmen des Internationalen Klavierwettbewerbs „G. B. Viotti“ in Vercelli wurde sie 1971 mit einer Medaille ausgezeichnet.
Neben der Ausbildung baute Kilcher eine rege Konzerttätigkeit auf. Unter anderem trat sie beim Festival Tibor Varga in Sion auf. Rundfunkaufnahmen entstanden in Bern und Lausanne sowie in Köln für den Deutschlandfunk und in Frankfurt am Main für den Hessischen Rundfunk.
Zwischen 1972 und 1976 unterrichtete sie in Bern, und zwar am dortigen Konservatorium für Musik. 1976 trat sie einen Lehrauftrag an der damaligen Staatlichen Hochschule für Musik Westfalen-Lippe an, aus der die heutige Detmolder Hochschule hervorging. Als Professorin für Klavierkammermusik lehrte sie dort bis zum Ruhestand 2010.
Redaktionsnotiz
Der Lebenslauf zeigt eine Musikerin, die Konzertbühne, Rundfunk und Unterricht verband und ihre Laufbahn dann über Jahrzehnte einer Hochschule widmete. Wie ihre früheren Studierenden sie erlebt haben, erfährt man in der Mitteilung nicht. Dazu wären Erinnerungen aus der Hochschule eine sinnvolle Ergänzung.



