Gronau – Bei den Fahrradkontrolltagen am 3. und 4. November hat die Kreispolizeibehörde Borken erstmals einen neuen Rollenprüfstand eingesetzt. Damit lassen sich mögliche technische Manipulationen an Zweirädern gleich am Kontrollort prüfen. Das teilte die Kreispolizeibehörde Borken mit.
Im Fokus der Überprüfungen standen vor allem technisch veränderte Fatbikes und E-Scooter, daneben auch Fahrräder und Pedelecs. Auf dem Prüfstand wurden sechs Fahrzeuge geprüft: vier Fatbikes, ein Pedelec und ein E-Scooter. Ein Fatbike erreichte nach den Feststellungen der Beamten eine Höchstgeschwindigkeit von 36 km/h. Fünf der sechs Fahrzeuge bekamen die Besitzer nach der Kontrolle direkt zurück, nur ein Fatbike wurde sichergestellt.
Darüber hinaus fielen den Einsatzkräften Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz sowie Fälle auf, in denen Fahrer ohne Fahrerlaubnis unterwegs waren. Sie fertigten insgesamt neun Strafanzeigen und vollstreckten einen Untersuchungshaftbefehl.
Fatbikes, so die Polizei, erfreuen sich besonders im grenznahen Raum zunehmender Beliebtheit. Für sie gelten grundsätzlich dieselben Regeln wie für sonstige Pedelecs. Unterstützt der Motor nur beim Treten und regelt bei 25 km/h ab, zählen sie rechtlich als Fahrräder. Durch technische Veränderungen kann diese Einstufung wegfallen, womit unter Umständen auch eine Fahrerlaubnis und eine passende Versicherung nötig werden.
Die Polizei nennt den Prüfstand auch deshalb nützlich, weil sich Fahrzeuge, bei denen kein Grund für eine Sicherstellung vorliegt, zeitnah an die Besitzer zurückgeben lassen. Bei den Kontrolltagen erhielt die Polizei Hilfe von Kräften der Einsatzhundertschaft Gelsenkirchen, des Verkehrsdienstes und des Schwerpunktdienstes.
Die Verringerung der Unfälle mit Radfahrenden und Pedelecfahrenden ist für die Behörde seit Jahren ein Schwerpunkt ihrer Verkehrssicherheitsarbeit. Sie will die Kontrollen fortsetzen. Technisch veränderte Zweiräder bleiben dabei im Fokus. Unerlaubte Manipulationen bringen laut Polizei rechtliche Konsequenzen mit sich und erhöhen durch mögliche höhere Geschwindigkeiten das Risiko schwerer Verkehrsunfälle.
Redaktionsnotiz
Der Prüfstand hilft beiden Seiten: Wer sein Rad nicht verändert hat, muss nicht lange auf es verzichten. Wer ein Fatbike oder E-Scooter umbauen lässt, sollte wissen, dass sich mögliche Manipulationen mit dem Prüfstand direkt vor Ort überprüfen lassen und dass dann Fahrerlaubnis- und Versicherungsfragen relevant werden können.



