Paderborn – Eine Studie der Universität Paderborn gehört zu den 15 Arbeiten, die die Fachzeitschrift „Scientific Reports“ zu ihrem 15-jährigen Bestehen besonders hervorhebt. Das teilte die Universität Paderborn mit. Die Zeitschrift gehört zum „Nature“-Portfolio und hat dafür die Collection „Editor’s Choice: Science That Made Headlines“ veröffentlicht. Sie versammelt Arbeiten aus 15 Jahren, die weit außerhalb der Fachwelt für Aufsehen in den Medien sorgten.
Die ausgewählte Paderborner Untersuchung trägt den Titel „The mere presence of a smartphone reduces basal attentional performance“. Verfasst haben sie Jeanette Skowronek, Andreas Seifert und Prof. Dr. Sven Lindberg. Ihr Ergebnis: Ein Smartphone lenkt auch dann ab und beeinflusst die Aufmerksamkeit, wenn es ausgeschaltet auf dem Tisch liegt.
So lief die Studie
Das Team führte ein kontrolliertes Experiment durch. Die Teilnehmenden waren zwischen 20 und 34 Jahre alt und absolvierten Konzentrations- und Aufmerksamkeitstests. Wer dabei kein Smartphone bei sich hatte, zeigte eine signifikant höhere Aufmerksamkeitsleistung. Die Arbeit reiht sich in ein wachsendes Forschungsfeld ein, das den Einfluss von Smartphones auch ohne aktive Nutzung betrachtet.
Lindberg leitet die Klinische Entwicklungspsychologie an der Universität Paderborn. Er sagte: „Aufmerksamkeit ist eine begrenzte Ressource. Unsere Studie zeigt, dass schon ein Smartphone in Reichweite einen Teil davon bindet. Wer konzentriert arbeiten oder lernen will, tut gut daran, das Gerät aus dem Blickfeld zu nehmen.“
Die Auswahl der Zeitschrift
Die Redaktion suchte über alle Disziplinen und Jahrgänge hinweg Arbeiten aus, die weltweites Interesse weckten und Wissenschaft in Schlagzeilen, Klassenzimmer und die öffentliche Debatte brachten. Üblicherweise entscheidet bei „Scientific Reports“ allein die wissenschaftliche Solidität, nicht die vermutete Bedeutung einer Arbeit. Die Jubiläumsauswahl stellt erstmals Studien heraus, die besonders breit in die Gesellschaft wirkten. Aus rund 185.000 Artikeln kamen 15 in die Collection. Bewerben konnte man sich dafür nicht, und gesponsert war die Auswahl auch nicht.
Neben der Paderborner Studie finden sich in der Collection unter anderem Beiträge über einen Orang-Utan, der seine Wunde selbst versorgt, über Fasertechnik der Neandertaler, über Klimaschäden durch Bitcoin-Mining sowie über Gesundheitseffekte von wöchentlich 120 Minuten in der Natur. Lindberg sagte dazu, er freue sich sehr, vor allem für das ganze Team. Dass die Frage nach dem Einfluss des Smartphones auf die Aufmerksamkeit dort ihren Platz habe, zeige, wie sehr sie die Menschen beschäftige.
Überblick
- Die Jubiläumsauswahl von „Scientific Reports“ steht unter www.nature.com/collections/gijffcgjfg bereit.
- Die Studie selbst findet sich unter www.nature.com/articles/s41598-023-36256-4.
Redaktionsnotiz
Der Rat aus Paderborn ist alltagstauglich: Wer lernen oder konzentriert arbeiten will, legt das Handy außer Sicht. Das kostet nichts und lässt sich sofort ausprobieren. Offen bleibt aus der Mitteilung, wie groß der Effekt im Einzelnen war. Wer es genau wissen will, findet die Details in der Studie selbst.



