Ahlen – Im Ahlener Bereich der Bergstraße wird am Donnerstag, 29. Oktober, voraussichtlich ein Blindgänger entschärft. Das teilte die Stadt Ahlen mit. Bisher gibt es nur einen Verdacht, den die Stadt derzeit durch Sondierungen überprüft. Fachbereichsleiterin Gabriele Hoffmann sagte, man gehe „mit relativ hoher Sicherheit von einer Weltkriegsbombe aus“. Anwohner und Gewerbetreibende müssen ihre Gebäude während der Entschärfung aus Sicherheitsgründen verlassen.
Vorarbeiten und Ablauf am Donnerstag
Zurzeit senkt ein Brunnenbauer vor Ort das Grundwasser ab. Das soll die spätere Freilegung durch den Kampfmittelräumdienst vorbereiten. Dessen Experten beginnen am Donnerstagmorgen mit der Arbeit an der Verdachtsstelle. Gegen Mittag soll feststehen, ob es wirklich eine Bombe ist.
Vom Gewicht des Blindgängers hängt ab, wie weit evakuiert wird. Hoffmann erklärte: „Das kann ein Radius von 250 Metern sein, aber auch einer von 500 Metern.“ Die Stadt bereite sich auf beide Fälle vor. Je nach Größe sind rund 850 bis ca. 2000 Personen und zwischen 55 und 215 Gewerbebetriebe betroffen.
Steht der Bereich fest, ziehen Teams von Haus zu Haus und fordern die Menschen auf, die Gebäude zu verlassen. Einsatzkräfte fahren zusätzlich mit Lautsprecherdurchsagen durch das Gebiet. Von da an darf niemand mehr in die betroffene Zone hineinfahren.
Hinweise für Betroffene und Betriebe
Ordnungsamtsleiter Michael Göttfert bittet alle, die ihre Wohnung verlassen müssen, schon jetzt Medikamente und andere wichtige persönliche Dinge zurechtzulegen. So könne man der Aufforderung sofort folgen. Wer gegen Abend von der Arbeit heimkommt, muss damit rechnen, dass der Weg wegen der noch laufenden Evakuierung versperrt ist.
Gewerbetreibende kontaktiert die Ordnungsbehörde ab Montag persönlich. Sie sollen sich vorbereiten und Absprachen mit Kundschaft und Beschäftigten rechtzeitig treffen können.
Innerhalb des Evakuierungsgebiets liegen auch eine Kita sowie der Wertstoff- und Baubetriebshof der Ahlener Umweltbetriebe (AUB). Die AUB verkürzen am Tag der Entschärfung die Öffnungszeiten des Wertstoffhofes. AUB-Gruppenleiter Matthias Krätzig sagte: „Wir werden von 8.30 bis maximal 12.30 Uhr geöffnet haben.“
Wer krankheitsbedingt die Wohnung nicht selbst verlassen kann, wird von der Feuerwehr per Krankentransport unterstützt. Die Feuerwehr bittet Betroffene, sich schon vor dem 29. Oktober zu melden, damit sie die Fahrten besser planen kann.
Alle anderen sollen die Zeit der Evakuierung bei Verwandten, Freunden oder Bekannten verbringen. Wer keine Möglichkeit findet, kann in die Aufnahmestelle der Stadt in der alten Paul-Gerhardt-Schule gehen.
Autofahrer müssen im Fall des 500-Meter-Radius mit vorübergehenden Sperrungen auch wichtiger Hauptstraßen rechnen. Abschnittsweise wären etwa die Beckumer Straße und der Konrad-Adenauer-Ring betroffen.
Betroffene Straßen
Im inneren Kreis (250 Meter) sind Gebäude in diesen Straßen betroffen: Bergstraße, Borsigweg, Daimlerstraße, Gottfriedstraße, Harkortstraße, Jägerstraße, Schützenstraße, Selma-Englisch-Straße und Siemensweg.
Im äußeren Kreis (500 Meter) kämen hinzu: Am Rodenberg, Am Stockpiper, Barbarastraße, Beckumer Straße, Em.-v.-Ketteler-Straße, Halskeweg, Krämerskamp, Ostberg, Schinkelstraße, Schuckertstraße und Theodor-Schwarte-Straße. Die genauen Hausnummern nennt die Stadt Ahlen in ihrer Mitteilung.
Überblick
- Termin der Entschärfung: Donnerstag, 29. Oktober
- Beginn der Freilegung: Donnerstagmorgen, Gewissheit voraussichtlich gegen Mittag
- Aufnahmestelle: alte Paul-Gerhardt-Schule (Stephansweg 10)
- Wertstoffhof der AUB am Entschärfungstag: 8.30 bis maximal 12.30 Uhr geöffnet
- Servicetelefon der Stadt Ahlen (während der Dienstzeit der Stadtverwaltung): 0 23 82 59 288
- Anmeldung für Krankentransportfahrten bei der Feuerwehr: 0 23 82 95 00
- Kontakt zu Gewerbetreibenden durch die Ordnungsbehörde: ab Montag
Redaktionsnotiz
Die Stadt informiert früh und nennt konkrete Straßen, das hilft beim Planen. Unklar bleibt für Betroffene vorerst, ob sie überhaupt gehen müssen und wie lange die Evakuierung dauert. Wer Hilfe braucht, etwa für den Krankentransport, sollte sich rechtzeitig melden und nicht auf den Donnerstag warten.



