Ascheberg – Der Umbau der Abwasserreinigung in Ascheberg und Herbern geht in die Endphase. Die Gemeinde Ascheberg teilte mit, dass die neue Druckrohrleitung zwischen den beiden Ortsteilen fertig ist. Das Pumpwerk in Herbern ist fast fertig. Die letzten Vorbereitungen für die gemeinsame Reinigung laufen.
Das Schmutzwasser aus Herbern wird künftig in Ascheberg gereinigt. Es fließt dafür durch eine rund zehn Kilometer lange Druckrohrleitung zur dortigen Kläranlage. Die Anlage in Herbern übernimmt diese Aufgabe nicht mehr.
Termin für die Umstellung
Die Kläranlage Herbern soll im ersten Quartal 2027 außer Betrieb gehen, gleichzeitig soll das neue Pumpwerk starten. Vorher muss noch die Bezirksregierung die Anlage abnehmen.
Ganz verschwindet der Standort in Herbern nicht. Das Regenrückhaltebecken, das Regenüberlaufbecken und weitere Bauwerke bleiben in Betrieb. Anlagenteile ohne künftige Funktion sollen mittelfristig zurückgebaut werden.
Neuer Weg für das gereinigte Wasser
Mit der Zusammenlegung ändert sich auch, wohin das gereinigte Wasser läuft. Eine direkte Einleitung per Rohr in den Emmerbach entfällt, stattdessen fließt es zuerst in den Unlandbach. Der verläuft in Ascheberg parallel zum Steenrohr.
Die Gemeinde renaturiert den Unlandbach dafür auf rund 200 Metern. Christian Scheipers, Fachbereichsleiter Technische Dienste, sagte, die Autobahn GmbH habe dazu einen Teil einer angrenzenden Ausgleichsfläche zur Verfügung gestellt. „Das hat nicht nur ökologische Vorteile, sondern verbessert gleichzeitig den Hochwasserschutz.“
Die Autobahn GmbH, der die Flächen rund um den Unlandbach gehören, beteiligt sich an der Renaturierung. Direkt am Emmerbach hat sie bereits ein Teilstück umgestaltet und die Uferbereiche abgeflacht. Nach Angaben von Scheipers erhält der Bach dadurch mehr Raum. Bei starkem Niederschlag können sich die Wassermengen dort ausbreiten, insgesamt mehrere Hundert Kubikmeter Wasser lassen sich so zurückhalten. Das mildert Hochwasserspitzen ab. Zugleich entstehen naturnahe Uferbereiche.
Vorsorge für Starkregen
Als weitere Vorsorge für mögliche Starkregenereignisse wird die Ablaufleitung an der Kläranlage Ascheberg in Richtung Unlandbach noch vergrößert. Scheipers bezeichnete das als reine Vorsichtsmaßnahme. Dabei wird auch die Ablaufmessung erneuert. Künftig kommt eine magnetisch-induktive Durchflussmessung zum Einsatz. Sie erfasst, welche Wassermengen die Kläranlage verlassen und in Richtung Unlandbach fließen.
Überblick
- Druckrohrleitung Herbern–Ascheberg: rund zehn Kilometer, fertiggestellt
- Pumpwerk Herbern: kurz vor der Fertigstellung
- Außerbetriebnahme Kläranlage Herbern und Inbetriebnahme Pumpwerk: erstes Quartal 2027, vorher Abnahme durch die Bezirksregierung
- Renaturierung Unlandbach: rund 200 Meter
Redaktionsnotiz
Der Umbau verbindet Abwassertechnik mit Gewässerschutz, das ist klug gedacht. Die Mitteilung nennt aber nur grob, wie viel Wasser die Flächen am Emmerbach zurückhalten, und sagt nichts zu den Kosten. Anwohner dürften vor allem interessieren, wann der Rückbau alter Anlagenteile konkret ansteht.



