Kevelaer: Kardinal Marx beendet Wallfahrtszeit mit Gottesdienst

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Münster – Die Wallfahrtszeit in Kevelaer ist zu Ende. Den Abschluss bildete ein feierlicher Gottesdienst in der Marienbasilika. Dabei wurde die Pilgerpforte symbolisch mit einem goldenen Schlüssel zugesperrt. Diese Aufgabe übernahm in diesem Jahr Kardinal Reinhard Marx, der Erzbischof von München. Gemeinsam mit den Weihbischöfen Wilfried Theising und Rolf Lohmann aus Münster, mit denen ihn eine lange Freundschaft verbindet, leitete er die Feier, teilte das Bistum Münster mit.

In seiner Predigt stellte Marx die christliche Hoffnung in den Mittelpunkt. Sie sei eine Ressource für das Leben und rege zum Handeln an. Hoffnung heiße aber nicht, dass sich jeder Wunsch erfülle. Wichtig sei, dass das Bestand hat, was man im Leben macht. Als Beispiel nannte er den Heiligen Franz von Assisi: „Er hat nicht die Probleme seiner Zeit gelöst. Aber seine Bewegung der Hoffnung ist auch 800 Jahre nach seinem Tod noch aktiv“, sagte Marx. In einer „oft verworrenen Welt“ sei Hoffnung eine wichtige Gabe. Tod, Gewalt, Sünde und Angst seien präsent, doch die Hoffnung auf eine neue Welt sei nicht zu zerstören.

Mit Blick auf Kevelaer sagte der Kardinal, Maria sei die Trösterin der Betrübten. Wer verzweifelt sei, habe oft keine Hoffnung. In Kevelaer werde die Trösterin der Betrübten zur Mutter der Hoffnung. Sein Schlusssatz lautete: „Unsere Hoffnung stirbt nicht, wenn wir uns an die Gottesmutter halten.“

Wallfahrtsrektor Stefan Dördelmann blickt zufrieden auf die Saison zurück. Mehrere Hunderttausend Menschen seien wieder zum Gnadenbild am Kapellenplatz gepilgert. Viele große Pilgergruppen melden inzwischen weniger Pilger an, dafür kommen weiterhin viele Einzelpilger. Diese lassen sich schwieriger zählen, denn viele reisen auch wegen der touristischen Angebote nach Kevelaer. Dördelmann hält es dennoch für wahrscheinlich, dass jemand, der eine Kerze anzündet, ein Anliegen auf dem Herzen hat.

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Weil es im vergangenen Jahr keine großen Jubiläen oder außergewöhnlichen Festtage gab, hatte das Seelsorgeteam nach seinen Worten viel Gelegenheit zu Gesprächen auf dem Kapellenplatz. Die Menschen erzählten ihre persönlichen Geschichten, das berühre ihn immer wieder. Er beobachtete, dass gerade Menschen mit großen Sorgen eine „Solidarität im Schmerz“ finden. Gut angenommen würden zudem die kulturellen Angebote rund um den Kapellenplatz. Im Priesterhaus kann die Kirche auf Wunsch Übernachtungen samt Verpflegung anbieten, das werde gern genutzt. Das Motto der Saison, „Raum geben“, habe man spirituell wie im Wortsinn umgesetzt.

Überblick

  • Beginn der nächsten Pilgersaison: Samstag, 1. Mai, kommenden Jahres
  • Eine Kerze entzünden und am Gnadenbild beten ist nach Angaben von Dördelmann das ganze Jahr über möglich

Einordnung

Die Marienbasilika ist eine Marienwallfahrtskirche, in der die großen Gottesdienste der Kevelaer-Wallfahrt gefeiert werden, so Wikipedia. Die neogotische Kirche wurde 1858 bis 1864 gebaut. Der Westturm kam erst 1883/84 hinzu.

Nach Angaben der Wallfahrt Kevelaer auf ihrer Website wurde die Kirche 1923 zur Päpstlichen Basilika erhoben. Der Turm ist demnach mehr als 90 Meter hoch. Die Ausmalung der Chöre und des Querschiffs stammt von Friedrich Stummel und seinen Schülern.

Laut Wikipedia ist Stefan Dördelmann seit dem 10. März 2024 Wallfahrtsrektor. Sein Vorgänger Gregor Kauling hatte das Amt zuvor inne.

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