Telgte: Hochmeister Frank Bayard schließt das Wallfahrtsjahr ab

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Münster – Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Propsteikirche ist am 31. Oktober das Telgter Wallfahrtsjahr zu Ende gegangen. Die Predigt hielt Frank Bayard, der Hochmeister des Deutschen Ordens. Das teilte das Bistum Münster mit. Viele Gläubige kamen zum Gottesdienst und zur anschließenden Lichterprozession durch die Altstadt.

Bayard stellte das Motto des Jahres „Raum geben“ in den Mittelpunkt. Es lade dazu ein, persönliche Beziehungen bewusster zu gestalten, und sei zugleich ein Auftrag, sich für Würde und Rechte anderer Menschen einzusetzen. Als seinen Leitgedanken formulierte er: „Wer dem Menschen Raum gibt, erkennt an, dass dessen Leben einen unverwechselbaren Wert besitzt.“

Verantwortung füreinander

Bayard ging vom Telgter Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes aus, auf dem Maria ihren toten Sohn in den Armen hält. Jesus habe am Kreuz Menschen füreinander verantwortlich gemacht und damit eine Gemeinschaft begründet, die weit über die Familie hinausreiche. Der Hochmeister sagte: „Wir brauchen die Zuwendung anderer. Wir brauchen ihre Geduld, ihre Bereitschaft, ein Stück des Weges mit uns mitzugehen.“ Zugleich seien aber auch alle selbst gefordert, anderen Platz einzuräumen und sich vom Schicksal der Mitmenschen anrühren zu lassen.

Bayard erinnerte außerdem an den Seligen Kardinal Clemens August Graf von Galen, einen häufigen Pilger nach Telgte. Dessen mutiges Eintreten gegen die Tötung kranker und behinderter Menschen belege, dass Glaube auch Verantwortung für die Mitmenschen bedeute. Das betreffe vor allem jene, die schutzlos sind oder kaum Gehör finden.

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Ablauf und Beteiligte

Den Gottesdienst gestaltete der Propsteichor St. Clemens mit. Der Tradition entsprechend waren auch Abordnungen mit Fahnen und Bannern dabei, außerdem Angehörige des Souveränen Malteserordens und des Deutschen Ordens. Männer der Bäcker-, Metzger- und Brauergilde trugen das geschmückte Gnadenbild bei der Lichterprozession durch die Straßen, in diesem Jahr zum letzten Mal. Danach kehrte es in die Gnadenkapelle zurück. Dort spendete der Hochmeister den Gläubigen den Segen.

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