Bielefeld: Alle angemeldeten Erstklässler haben einen OGS-Platz

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Bielefeld – Eltern von Erstklässlern in Bielefeld können aufatmen: Alle Kinder, die zum 1. August 2026 eingeschult wurden und für die Offene Ganztagsschule (OGS) angemeldet waren, haben zum Schulbeginn einen Betreuungsplatz bekommen. Das teilte die Stadt Bielefeld mit. Auch für die Klassen 2 bis 4 kann die Stadt Betreuungsangebote bereitstellen.

Hintergrund ist der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, der ab dem 1. August 2026 bundesweit gilt, zunächst für die ersten Klassen. Über die kommenden Jahre hinweg soll er nach und nach alle Jahrgänge der Grundschule erreichen.

Mehr Kinder, mehr Aufwand

An den städtischen Schulen nutzten im Schuljahr 2025/2026 insgesamt 8.468 Kinder das Angebot der OGS. Für 2026/2027 wurden 8.962 Kinder angemeldet, die Zahl der betreuten Kinder ist damit innerhalb eines Jahres um 494 Kinder gestiegen. Die Stadt geht auch für die kommenden Jahre von einem wachsenden Bedarf aus.

Die Umsetzung bringt nach Angaben der Stadt organisatorische, personelle und finanzielle Herausforderungen mit sich. Es müssen zusätzliche Plätze und geeignete Räume geschaffen und qualifiziertes Personal gewonnen werden. An einigen Standorten werden mehr Kinder in den vorhandenen Räumen betreut. Die Stadt will nach eigenen Angaben die nötigen baulichen Maßnahmen zeitnah vorantreiben, die OGS-Träger wollen ausreichend qualifiziertes Personal sicherstellen.

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Birgit Beckermann, Beigeordnete für Schule, Bürger, Kultur und Sport, sagte, die Stadt habe nicht nur die Erstklässler im Blick. Das gebe Eltern Planungssicherheit und den Kindern Kontinuität im Schulalltag.

Nadine Friedrichs vom AWO Kreisverband Bielefeld e.V. äußerte sich erfreut über die Plätze. Sie verwies zugleich auf große Herausforderungen für die Mitarbeitenden, vor allem dort, wo mehr Kinder in den vorhandenen Räumen betreut werden. Bei der weiteren Entwicklung gelte es, die pädagogische Qualität, die Bedürfnisse der Kinder und die Leistungsgrenzen der OGS-Teams im Blick zu behalten.

Susanne Beckmann, Leiterin des Amtes für Schule, dankte den OGS-Trägern, den Schulleitungen und allen Mitarbeitenden. Sie hob die große Einsatzbereitschaft und Flexibilität der Träger hervor.

Nicht alle Familien wollen einen OGS-Platz. Einige entscheiden sich laut Stadt bewusst für eine Übermittagsbetreuung bis 13.30 Uhr, andere nutzen kein schulisches Angebot, etwa weil die Betreuung in der Familie klappt. Für berufstätige Eltern erleichtert der Platz die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Überblick

  • Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung: ab dem 1. August 2026, zunächst für die ersten Klassen
  • Weitere Informationen zum Übergang in die Grundschule: www.bildung-in-bielefeld.de

Einordnung

Für einen OGS-Platz zahlen Eltern in Bielefeld einen Beitrag, der sich nach dem Einkommen richtet. Laut Merkblatt der Stadt erfolgt die Einstufung nach den Jahresbruttoeinkünften in eine von mehreren Einkommensgruppen.

In den beiden untersten Gruppen, bis 17.500 € und bis 24.542 €, fällt kein Elternbeitrag an. Bei Einkünften bis 36.813 € sind es 70,00 € monatlich, bis 73.626 € steigt der Beitrag stufenweise bis 170,00 € monatlich. Über 73.626 € werden 225,00 € monatlich fällig, dafür sind keine Nachweise nötig.

Werden nur OGS-Angebote genutzt, zahlen Eltern für das jüngste Kind den vollen Beitrag. Für das zweitjüngste Kind sinkt er auf 30 %, ab dem dritten Kind entfällt er. Die Stadt kann Beiträge ganz oder teilweise erlassen, wenn sie den Eltern und dem Kind nicht zuzumuten sind. Den Antrag stellen Eltern beim Amt für Schule, OGS-Elternbeiträge.

Fragen beantwortet das Team Elternbeiträge im Amt für Schule, per E-Mail an [email protected]. Die Angaben stammen aus einem Merkblatt mit dem Vermerk „Stand: Januar 2026“.

Redaktionsnotiz

Dass jedes angemeldete Erstklässlerkind einen Platz hat, beruhigt Familien. Offen bleibt, wie die Räume an den enger werdenden Standorten ausreichen, solange der Anspruch auf weitere Jahrgänge wächst. Die Warnung der AWO vor den Leistungsgrenzen der Teams sollte die Stadt beim Bauen und bei der Personalplanung ernst nehmen. Eltern sollten die Beitragsstaffel kennen und Ermäßigungen prüfen.

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