Halle (Westf.) – Wie lässt sich Künstliche Intelligenz im Unternehmen einsetzen, ohne gleich den ganzen Betrieb umzubauen? Darum ging es beim 21. Wirtschaftstreffen der Stadt Halle (Westf.). Es fand am Donnerstag, 29. Oktober 2026, bei der Caljan GmbH statt, wie die Stadt Halle (Westf.) mitteilte. Das Motto lautete „KI oder K.o.? – Anfangen. Anwenden. Profitieren.“ Eingeladen waren Gäste aus Wirtschaft, Handel und Handwerk. Von Seiten der Stadt fällt die Bilanz rundum positiv aus.
Gastgeber und Begrüßung
Caljan war in diesem Jahr Gastgeber. Das Unternehmen ist auf die Automatisierung logistischer Abläufe spezialisiert. Geschäftsführer Marvin Sommer begrüßte die Gäste gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Tappe.
Tappe würdigte zunächst die örtlichen Unternehmen: Sie investierten, bildeten junge Menschen aus und sicherten Arbeitsplätze. Viele engagierten sich außerdem für Vereine, Kultur, Sport und soziale Initiativen. Gerade bei schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verdiene das besondere Anerkennung.
Zugleich sagte der Bürgermeister, Unternehmen müssten sich mit technologischen Veränderungen befassen. „Natürlich wird der Verzicht auf KI nicht morgen schon das wirtschaftliche Aus bedeuten. Aber uns hier im Raum ist glaube ich allen klar: Wer sich dauerhaft jeder neuen Technologie verschließt, riskiert, im Wettbewerb den Anschluss zu verlieren“, erklärte Tappe.
Vorträge und Praxisbeispiele
- Prof. Dr.-Ing. Martin Kohlhase von der Hochschule Bielefeld eröffnete den fachlichen Teil mit dem Vortrag „KI wartet nicht – die Zukunft fragt nicht um Erlaubnis“. Er ging auf Bedeutung und Entwicklungsmöglichkeiten der Technologie ein.
- Zhuo Li (Head of AI) und Nina Lauterbach (Leiterin Corporate Communications) berichteten am Beispiel der Dr. Wolff Group. Ihr Titel: „Wie die Dr. Wolff Group ein KI-getriebenes Powerhouse aufbaut“.
- André Gizinski, Leiter Unternehmensentwicklung bei L&T Lengermann & Trieschmann, sprach über „KI im stationären Einzelhandel – Fluch oder Versuchung?“ und damit über Chancen und Herausforderungen im Handel.
- Michael Steinberg, Geschäftsführer des Neuland Campus, stellte das Prinzip von Hackathons vor. Dabei können aus Ideen binnen kurzer Zeit erste Prototypen entstehen. Der Einstieg in KI müsse also nicht zwangsläufig ein aufwendiges Großprojekt sein.
- Tim Lochmüller, Chief Technology Officer der AI Champions GmbH, zeigte, wie Unternehmen passende KI-Anwendungsfälle finden und selbst umsetzen können.
Die Beiträge machten laut Stadt deutlich, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten bereits sind. Eine erfolgreiche Einführung hänge nicht allein von der Technik ab. Ebenso zählten klare Ziele, passende Abläufe im Betrieb und die Beteiligung der Beschäftigten.
Chancen und Verantwortung
Tappe hatte das schon in seiner Ansprache betont. Neben den Chancen sprach er die Datensicherheit an, ebenso die Frage, wie verlässlich KI-Ergebnisse sind und wer für Entscheidungen geradesteht. „Die Verantwortung für Entscheidungen darf, zumindest meiner Ansicht nach, nicht einfach an eine Maschine abgegeben werden“, betonte er.
Seine Botschaft an die Betriebe war praxisnah: „Es muss nicht gleich die große Umstellung des gesamten Unternehmens sein. Oft beginnt ein deutlicher Fortschritt schon mit einem überschaubaren Anwendungsfall, klaren Regeln und vor allem der grundsätzlichen Bereitschaft, aus Erfahrungen zu lernen.“
Talkrunde und Austausch
In einer Talkrunde kamen die Sichtweisen aus Wissenschaft und unternehmerischer Praxis zusammen. Beim anschließenden Get-together nutzten die Gäste die Gelegenheit zum Gespräch. Es ging um bereits genutzte KI-Anwendungen, eigene Erfahrungen in den Firmen und darum, wie sich die Arbeitswelt in Zukunft verändern könnte.
Die positive Resonanz und die lebhaften Diskussionen werten die Veranstalter als Erfolg. Das Treffen solle nicht nur informieren, sondern auch den Austausch der Unternehmen untereinander fördern und die Verbindung zum Standort Halle (Westf.) stärken. Tappe hatte am Ende seiner Begrüßung gesagt: „Unsere wirtschaftliche Stärke beruht auf Menschen, die Verantwortung übernehmen, Ideen entwickeln und miteinander arbeiten.“ Er rief dazu auf, in guter Verbindung zu bleiben.
Die Stadt bedankte sich bei Caljan für die Gastfreundschaft und Unterstützung, bei den Referentinnen und Referenten für ihre Beiträge und bei den Gästen für Interesse und Austausch. Ihr Fazit: KI eröffne schon heute viele Möglichkeiten für Unternehmen verschiedener Branchen. Entscheidend sei, die Potenziale zu erkennen, konkrete Anwendungen zu testen und die Entwicklung mit Sachverstand und menschlicher Verantwortung zu begleiten.
Überblick
- Veranstaltung: 21. Wirtschaftstreffen der Stadt Halle (Westf.)
- Termin: Donnerstag, 29. Oktober 2026
- Ort: Caljan GmbH
- Motto: „KI oder K.o.? – Anfangen. Anwenden. Profitieren.“
Redaktionsnotiz
Der Ansatz, mit einem einzelnen, überschaubaren Anwendungsfall zu beginnen, dürfte für kleinere Betriebe hilfreicher sein als jede Grundsatzdebatte. Die Mitteilung bleibt allerdings bei Empfehlungen stehen: Welche Firmen konkrete Schritte planen und was sie davon erwarten, erfahren Leser nicht. Dass auch Datensicherheit und Verantwortung zur Sprache kamen, ist ein guter Hinweis für die Praxis.



