Siegen-Wittgenstein: Mehr Handwerksbetriebe für als gegen Nationalpark

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Siegen – Unter den Handwerksbetrieben, die an einer Befragung zum möglichen Nationalpark auf dem Rothaarkamm teilgenommen haben, überwiegt die Zustimmung. Die Handwerkskammer Südwestfalen hat die Ergebnisse an Landrat Andreas Müller geschickt, wie die Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein mitteilte. Befragt wurden Mitgliedsbetriebe aus dem Kreis. An der freiwilligen Onlineumfrage vom 15. bis 25. Oktober 2026 beteiligten sich 122 Betriebe. Die Kammer betont selbst, dass die Ergebnisse keine repräsentative Aussagekraft haben.

41 Prozent der teilnehmenden Betriebe sprechen sich ganz oder tendenziell für einen Nationalpark aus. Dagegen sind 32 Prozent. Die übrigen 27 Prozent stehen dem Vorhaben neutral gegenüber oder wollen sich aktuell nicht festlegen. Zugleich erwarten 41 Prozent keine wesentlichen wirtschaftlichen Auswirkungen auf das eigene Unternehmen, weitere 24 Prozent rechnen mit positiven Effekten. Landrat Müller folgert daraus, dass fast zwei Drittel der Betriebe nicht von einem Schaden ausgehen. Er nannte das Bild „erfreulich ausgewogen“, auch wenn die Zahl der Teilnehmenden überschaubar sei.

Chancen und Sorgen der Betriebe

Als größte Chance nennen die Betriebe, dass die Region und ihre Angebote bekannter werden (39 Prozent). Dahinter folgt mit 30 Prozent die Aussicht, als Ort zum Wohnen und Arbeiten attraktiver zu werden. Betriebe erhoffen sich außerdem zusätzliche Nachfrage durch den Tourismus und Aufträge beim Bau und Unterhalt von Nationalparkeinrichtungen. Der Landrat sagte dazu, ein Nationalpark könne Investitionen in touristische und Freizeitangebote anstoßen, von denen auch das heimische Handwerk profitieren würde.

Die häufigste Sorge betrifft die Verkehrsanbindung: 44 Prozent befürchten Beeinträchtigungen. In den offenen Antworten wird besonders häufig die Route 57 genannt. Nach Müllers Worten deckt sich das mit der IHK-Befragung. Aus der Nationalparkkulisse solle der komplette Korridor für eine mögliche spätere Trasse der Route 57 herausgenommen werden, dem stimme das Land zu. Der Kreis wolle diese Zusage möglichst verbindlich verankern und strebe dazu eine Absichtserklärung, einen sogenannten Letter of Intent, mit dem Land an. Nach Müllers Angaben gelte dies ebenso für den Ausbau und die Sanierung anderer Verkehrswege, etwa der L 719, der Eisenstraße oder der Rothaarbahn.

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Die Handwerkskammer bat den Landrat, die Ergebnisse den Fraktionen des Kreistages zu geben, damit sie in die Beratungen zur Kreistagssitzung am 13. November 2026 einfließen können. Müller sagte zu, dieser Bitte nachzukommen.

Überblick

  • Befragungszeitraum: 15. bis 25. Oktober 2026, freiwillige Onlinebefragung
  • Kreistagssitzung: 13. November 2026
  • Fragen und Anliegen von Betrieben zum Nationalpark: [email protected]

Redaktionsnotiz

Die Umfrage zeigt eine Stimmung, mehr nicht: Die Kammer betont selbst, dass sie nicht repräsentativ ist, und der Landrat deutet die Zahlen erkennbar positiv. Interessant ist die Sorge um die Verkehrswege. Wie belastbar die angestrebte Absichtserklärung mit dem Land am Ende ist, muss sich noch zeigen.

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