Paderborn – Wer sich mit dem Zusammenhang von Glaube, Vorurteilen und Radikalisierung auseinandersetzen möchte, kann das in Paderborn tun: Das Forum Komparative Theologie der Universität Paderborn bietet gemeinsam mit der vhs Paderborn den Kurs „Diskriminierung und Radikalisierung im Kontext von Religion und Glaube“ an. Er beginnt am Mittwoch, 4. November, wie die Stadt Paderborn mitteilte.
Der Kurs besteht aus drei Modulen. Er behandelt verschiedene Formen von Ausgrenzung und Radikalisierung und geht der Frage nach, welche Rolle religiöse Überzeugungen dabei spielen können. Demnach können sie ein Risiko darstellen, aber auch eine Ressource sein, wenn Menschen respektvoll und demokratisch miteinander umgehen wollen.
Die drei Termine haben folgende Schwerpunkte:
- 4. November: Online-Radikalisierung, mit Blick auf evangelikale Botschaften im Netz
- 18. November: Demokratie und Islam, mit der Debatte über die Scharia ebenso wie mit gelebter Vielfalt
- 2. Dezember: Antisemitismus und aktuelle Debatten im gesellschaftlichen Kontext
Teilnehmende sollen Vorurteile kritisch hinterfragen, unterschiedliche Perspektiven kennenlernen und darüber nachdenken, welche Bedeutung Religion für das Zusammenleben in einer vielfältigen Demokratie hat.
Überblick
- Beginn: Mittwoch, 4. November, die Termine laufen jeweils von 15 bis 17.15 Uhr
- Ort: vhs am Stadelhof
- Kosten: keine, eine Anmeldung ist erwünscht.
- Telefonisch ist die Anmeldung unter 05251 88-14300 möglich.
- Online ist die Anmeldung über die Webseite der vhs unter www.vhs-paderborn.de möglich.
- Persönlich ist die Anmeldung in der Geschäftsstelle am Stadelhof 8 möglich.
Einordnung
Der Begriff Radikalisierung ist nicht eindeutig festgelegt. Die Bundeszentrale für politische Bildung schreibt in ihrem Infodienst, dass es auch in der Extremismus- und Terrorismusforschung keine übereinstimmende Definition gibt. Das Bundesinnenministerium betont auf seiner Website, Radikalisierungen verliefen individuell unterschiedlich, es gebe kein einheitliches Muster.
Als zentrales Element nennt das Ministerium Überforderungen oder die mangelhafte Bewältigung von altersphasentypischen Entwicklungsaufgaben. Betroffene hätten zum Beispiel Schwierigkeiten mit sozialen Bindungen.
Zur Rolle des Internets heißt es im Infodienst, islamistische Radikalisierungsprozesse von Jugendlichen scheinen mittlerweile überwiegend im digitalen Raum stattzufinden. Die Algorithmen der Plattformen könnten dabei als Verstärker wirken, indem sie die Vielfalt der Inhalte einengen und extremistische Narrative reproduzieren.
Redaktionsnotiz
Das Angebot ist kostenlos und gibt Interessierten die Gelegenheit, ein vielschichtiges Thema in Ruhe zu besprechen. Die Themenauswahl verspricht Diskussionen, auch weil der Begriff Radikalisierung selbst umstritten ist. Die Mitteilung verrät nicht, wer die Module leitet. Wer teilnehmen will, sollte sich rechtzeitig anmelden.



