Halle (Westf.) – In Halles lettischer Partnerstadt Valmiera sind viele ältere Menschen weiter auf Hilfe angewiesen, und die „Suppenküche“ vor Ort braucht Unterstützung. Der Freundeskreis Halle-Valmiera e.V. ruft deshalb wieder zu einer Weihnachtsaktion auf, teilte die Stadt Halle (Westf.) mit. Die Mitteilung stammt vom 02.11.2026.
Die Spendenaktion hat in der Vorweihnachtszeit eine lange Tradition, ebenso wie der Nikolausmarkt rund um die St. Johanniskirche. Die Not in Lettland besteht demnach auch 36 Jahre nach der Unabhängigkeit des Landes von der Sowjetunion fort. Viele Ältere kommen mit ihrer winzigen Rente nicht über die Runden. Weil auch dort alles teurer wird, bleiben ihnen nur geringe Sozialleistungen und das frisch gekochte Essen der ehrenamtlich geführten karitativen Küche. Zurzeit versorgt sie 113 Menschen regelmäßig mit Mahlzeiten.
Was die Küche leistet und was ihr fehlt
Die Leiterin der Einrichtung, Linda Norina, nannte Zahlen für die Zeit von Januar bis September 2026: Es wurden fast 7500 Essensportionen zubereitet. Knapp 2500 Mahlzeiten wurden bedürftigen Senioren nach Hause geliefert. Wer dazu in der Lage ist, holt Essen oder Zutaten aus Spenden selbst ab. 3690 Mahlzeiten bezahlte in diesem Zeitraum die Stadt Valmiera, die auch Zuschüsse zu den laufenden Kosten gibt. Diese gekürzten Mittel reichen laut Mitteilung bei weitem nicht aus, die Helfer sind auf Geldspenden angewiesen. Im Grunde läuft das Kochen bei ihnen ab wie in einem ganz gewöhnlichen Haushalt.
Zwei Wünsche haben die Ehrenamtlichen: eine professionelle elektrische Grillplatte und einen Elektriker, der die Stromversorgung der Küche überarbeitet. Bislang helfe man sich dort häufig mit Verlängerungskabeln und Steckdosenleisten, sagte Norina.
So können Hallerinnen und Haller helfen
Der Freundeskreis möchte die Suppenküche finanziell unterstützen und den Bedürftigen zu Weihnachten eine kleine Freude machen. Wie im Vorjahr lassen sich blaue Stofftaschen füllen. Zu finden sind sie an mehreren Orten in Halle, nämlich in der Hauptstelle der Volksbank Halle (Lange Straße), im „Tante-Enso“-Markt in Künsebeck, am Empfang im Rathaus I (Ravensberger Straße), bei Maria Carotta (Lotto, Tabak, Presse) am Künsebecker Weg sowie bei „Wine & Spirits“ von Dieter Büsselberg in der Alten Lederfabrik. Die gefüllten Taschen gehören bis Donnerstag, 26. November, 17 Uhr, zurück in die Volksbank, weil der Transport nach Lettland in diesem Jahr eine Woche früher startet.
In jeder Tasche steckt bereits ein Flyer mit Erläuterungen, Vorschlägen für den Inhalt, Kontaktdaten des Freundeskreises und den städtischen Spendenkonten (Stichwort „Suppenküche Valmiera“). Dazu kommt eine Weihnachtskarte, auch auf Lettisch, mit einem Luftbild des winterlichen Haller Kirchplatzes. Foto sowie Gestaltung von Flyern und Plakaten stellte der Haller Grafiker Reinhard Nolte zur Verfügung.
Die Volksbank übernahm unter anderem die Druckkosten und legt zusammen mit der Stadt bereits einen guten Grundstock auf dem Spendenkonto. Zusätzlich fördert die Stadt die Aktion durch ihr neues Projekt „Halle leuchtet“. Eigens gestaltete Spendendosen für die Suppenküche werden demnächst in der Alten Lederfabrik, der Stadtbibliothek, im Rathaus und in einigen Haller Geschäften aufgestellt. Die Aktion unterstützen Bürgermeister Thomas Tappe, Kira Hornberg von der Volksbank Halle und Vertreter des Freundeskreises.
Überblick
- Abgabe der gefüllten Taschen: bis Donnerstag, 26. November, 17 Uhr, in der Volksbank Halle (Lange Straße)
- Taschen erhältlich: Volksbank Halle (Lange Straße), „Tante-Enso“-Markt in Künsebeck, Rathaus I (Ravensberger Straße), Maria Carotta am Künsebecker Weg, „Wine & Spirits“ in der Alten Lederfabrik
- Spendenkonten: städtische Konten, Stichwort „Suppenküche Valmiera“
- Spendendosen: in Kürze in Alter Lederfabrik, Stadtbibliothek, Rathaus und einigen Haller Geschäften
- Kontaktdaten des Freundeskreises: im Flyer in den Taschen
Redaktionsnotiz
Die Aktion verlangt wenig: eine Tasche abholen, füllen, zurückbringen. Der Stichtag liegt früher als im Vorjahr, wer mitmachen will, sollte ihn sich merken. Ungenannt bleibt, wie viel Geld für Grillplatte und Elektroarbeiten insgesamt gebraucht wird. Das würde die Spendenbereitschaft vermutlich erleichtern.



