Lippstadt: Streit am Bahnhof mit Flaschen und Steinen, Polizei ermittelt

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Lippstadt – Nach einer Auseinandersetzung zweier Personengruppen am Bahnhof an der Rixbecker Straße ermittelt die Polizei wegen gefährlicher Körperverletzung. Das teilte die Kreispolizeibehörde Soest mit. Gegen 5:09 Uhr war die Polizei zu dem Einsatz gerufen worden. Gemeldet wurde ein Streit am Gleis 2. Später hieß es, die Beteiligten würden sich mit Flaschen und Steinen bewerfen, außerdem habe eine Person eine Dachlatte bei sich. Die Polizei sperrte den Bahnverkehr umgehend.

Als die Beamten eintrafen, waren einige der Beteiligten bereits auseinandergegangen. Als möglicher Auslöser gilt nach derzeitigem Stand eine Flagge, die auf den Nationalsozialismus anspielt. Nach Aussage von Zeugen hielt jemand aus der Gruppe der als Soldaten verkleideten Personen eine solche Flagge hoch. Das soll die Mitglieder der anderen Gruppe provoziert haben. Im Anschluss gerieten die Beteiligten körperlich aneinander.

Nach Aussagen von Zeugen soll ein Mann wiederholt Faustschläge ins Gesicht erhalten haben. Der Tatverdächtige soll auch noch auf den bereits am Boden Liegenden eingeschlagen haben. Außerdem soll er den Geschädigten mit einer roten Spielzeugpistole bedroht haben. Der Geschädigte floh. Anschließend sollen sich beide Gruppen gegenseitig mit Flaschen und Steinen beworfen haben.

Als Tatverdächtigen identifizierten die Ermittler einen 19-Jährigen aus Borchen. Er war als Soldat verkleidet und hatte die rote Spielzeugpistole dabei. Er wurde zur Polizeiwache Lippstadt gebracht, dort nahm man ihm eine Blutprobe ab. In der Schlehenstraße traf man später auf den Geschädigten, einen 17-Jährigen aus Lippstadt. Nach seinen Angaben wurde er zunächst mit einer Flasche und dann mit Fäusten geschlagen. Ein Rettungswagen versorgte ihn medizinisch.

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Ein weiterer Mann zog sich einen leichten Schnitt am Finger zu. Auch die Hände des Tatverdächtigen waren verletzt. Bei einem der Beteiligten fand die Polizei eine weiße Flagge mit rotem Kreuz und stellte sie sicher. Ob und wie sie mit dem Geschehen zusammenhängt, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen.

Die Ermittlungen gegen den Tatverdächtigen laufen wegen gefährlicher Körperverletzung. Aufgenommen wurden außerdem zwei weitere Strafanzeigen, die gefährliche beziehungsweise versuchte gefährliche Körperverletzung betreffen. Wie genau alles ablief und welche Rolle die übrigen Beteiligten spielten, klären die Ermittler noch.

Redaktionsnotiz

Vieles beruht bisher auf Zeugenaussagen, deshalb sind die Formulierungen der Polizei im Konjunktiv angemessen. Offen bleibt, wie die Flagge mit rotem Kreuz einzuordnen ist und wer außer dem Tatverdächtigen strafrechtlich belangt wird. Bis die Ermittlungen abgeschlossen sind, sollte man keine voreiligen Schlüsse über Schuld oder Ablauf ziehen.

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