Lüdenscheid – Bei Radarkontrollen im Märkischen Kreis und in Iserlohn hat die Polizei an mehreren Stellen Fahrer erwischt, die zu schnell unterwegs waren. Besonders deutlich fiel das Ergebnis in Plettenberg aus, wie die Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis mitteilte.
Am 21. Oktober 2026 stellten die Beamten von 10.36 bis 15.45 Uhr auf der K5 (Kroppstraße) eine Messstelle mit ESO-Technik auf. Dort registrierten sie mit 1.440 gemessenen Fahrzeugen das höchste Verkehrsaufkommen der Messreihe. 124 Fahrer waren so schnell, dass ein Verwarngeld fällig wurde. Dazu schrieben die Beamten 28 Ordnungswidrigkeitenanzeigen. Der schnellste Wagen, ein Pkw, fuhr dort 86 km/h, obwohl innerorts nur 50 km/h erlaubt sind. Auf den Fahrer oder die Fahrerin kommt damit ein Fahrverbot zu.
Zuvor hatte die Polizei von 12.30 bis 13.55 Uhr in Menden (Auf der Haar) per Radar kontrolliert. Acht von 101 Fahrzeugen waren schneller unterwegs, als erlaubt war. Der Höchstwert lag bei 43 km/h, erlaubt waren 30 km/h.
Am Nachmittag ging es in Iserlohn-Letmathe weiter. Dort nahmen die Beamten 400 Fahrzeuge auf der Brinkhofstraße zwischen 14.35 und 16.25 Uhr unter die Lupe. Das Ergebnis waren 37 Verwarngelder und drei Ordnungswidrigkeitenanzeigen. Mit 52 km/h war der schnellste Pkw innerorts unterwegs, obwohl dort nur Tempo 30 galt.
Anschließend wurde auf der Kesberner Straße in Iserlohn-Kesbern von 17 bis 18.05 Uhr per Radar kontrolliert. Von 101 gemessenen Fahrzeugen führten zehn zu Verwarnungen, zwei zu Anzeigen. Ein Pkw durchfuhr die 30er-Zone mit 56 km/h.
Am Donnerstagmorgen setzte die Polizei die Messreihe von 8.25 bis 10.15 Uhr in Werdohl-Ütterlingsen fort (Ütterlingser Straße, B236). Die Beamten kontrollierten dort 199 Fahrzeuge per ESO-Messung, acht Fahrer fuhren zu schnell. Der Höchstwert lag bei 68 km/h, vorgeschrieben sind innerorts 50 km/h.
Die Polizei betont, überhöhte Geschwindigkeit bleibe eine der Hauptursachen schwerer Verkehrsunfälle. Doch auch das erlaubte Tempo kann zu hoch sein: Nasse Straßen, womöglich zusätzlich mit Laub bedeckt, verlängern die Bremswege, worauf sich Autofahrer einstellen sollten.
Einordnung
Wer innerorts deutlich zu schnell fährt, muss mit einem Fahrverbot rechnen. Wie Wikipedia vermerkt, zieht im Bußgeldkatalog ein Tempoverstoß, der innerorts 30 km/h übersteigt, in der Regel ein Fahrverbot nach sich. Je nach Schwere der Tat dauert es ein bis drei Monate. Nur in einem begründeten Einzelfall kann die Behörde darauf verzichten.
Daneben spielt das Punktesystem eine Rolle. Seit der Änderung zum 1. Mai 2014 reichen 8 Punkte, um die Fahrerlaubnis zu verlieren. Zuvor wird der Betroffene gewarnt: Bei vier oder fünf Punkten erhält er eine kostenpflichtige Ermahnung, bei sechs oder sieben Punkten eine kostenpflichtige Verwarnung.
Wer 1–5 Punkte hat, kann freiwillig ein Fahreignungsseminar besuchen und so einen Punkt abbauen. Das ist nach Angaben von Wikipedia nur einmal innerhalb von fünf Jahren möglich.
Redaktionsnotiz
Die Kontrollen zeigen, dass die meisten Fahrer sich an die Vorgaben halten, einzelne aber weit darüber liegen. Auffällig ist der Hinweis der Polizei auf Laub und nasse Fahrbahnen: Er betrifft alle, nicht nur die ertappten Raser. In der Mitteilung fehlt, wie hoch die Bußgelder im Einzelnen ausfallen. Leser sollten im Herbst ihr Tempo auch unterhalb der Grenze anpassen.



