Menden (Sauerland) – Bei unangekündigten Radarkontrollen in Menden hat die Polizei am Montag, 19.10.2026, zahlreiche Tempoverstöße festgestellt. Das teilte die Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis mit. Gemessen wurde an drei Stellen, zwei davon in Lendringsen.
Am Nachmittag kontrollierten die Beamten zwischen 14 und 16.05 Uhr auf dem Bieberkamp in Lendringsen. 17 der 250 erfassten Fahrzeuge fuhren zu schnell. Die Polizei erhob 16 Verwarngelder und fertigte eine Ordnungswidrigkeitenanzeige. Besonders auffällig war ein Motorradfahrer mit MK-Kennzeichen: Er fuhr außerhalb geschlossener Ortschaften statt der erlaubten 70 km/h mit 90 km/h.
Danach wechselten die Einsatzkräfte zum Heimker Weg. An dieser Stelle fuhren zwischen 16.30 und 18.05 Uhr 100 Fahrzeuge an der Messstelle vorbei. Die Polizei erhob neun Verwarngelder und fertigte zwei Ordnungswidrigkeitenanzeigen. Spitzenreiter war ein Pkw mit MK-Zulassung, der in der Ortschaft mit 50 statt der erlaubten 30 km/h gemessen wurde.
Am Hüingser Ring in Lendringsen lief die letzte Messung von 18.15 bis 20 Uhr. Dort wurden nur 91 Fahrzeuge gemessen, die Quote der schweren Verstöße war laut Polizei trotzdem hoch. Neben einem Verwarngeld leiteten die Beamten elf Ordnungswidrigkeitenanzeigen ein. Ein Pkw mit MK-Kennzeichen fuhr innerorts in der Tempo-30-Zone mit 49 km/h.
An keiner der drei Messstellen musste ein Fahrverbot verhängt werden. Die Polizei kündigte weitere Kontrollen an, um das Geschwindigkeitsniveau zu senken.
Überblick
- Termin: Montag, 19.10.2026
- Bieberkamp, Lendringsen: 14 bis 16.05 Uhr, 250 gemessene Fahrzeuge, 17 zu schnell
- Heimker Weg: 16.30 bis 18.05 Uhr, 100 Fahrzeuge
- Hüingser Ring, Lendringsen: 18.15 bis 20 Uhr, 91 Fahrzeuge
Einordnung
Wie hoch ein Bußgeld ausfällt, regelt die Bußgeldkatalog-Verordnung. Laut Bußgeldkatalog gilt für Pkw bei einer Überschreitung von 11 bis 15 km/h ein Regelsatz von 50 Euro innerhalb und 40 Euro außerhalb geschlossener Ortschaften. Bei 16 bis 20 km/h sind es 70 Euro innerorts und 60 Euro außerorts.
Ob ein Verstoß als Verwarnung oder als Anzeige behandelt wird, hängt von der Höhe des Geldbetrags ab. Nach Darstellung von Wikipedia liegt der Verwarnungsbereich bei 5 bis 35 Euro, der Anzeigenbereich bei über 35 Euro. Erhebt jemand gegen ein Verwarnungsgeld Einspruch, wird die Verwarnung in eine Ordnungswidrigkeitenanzeige geändert.
Ein Fahrverbot ist bei bestimmten Verstößen als Regelfahrverbot vorgesehen. Wikipedia führt als Beispiel an, wenn jemand in geschlossenen Ortschaften mehr als 30 km/h zu schnell fährt. Ein Fahrverbot kommt laut Verordnung in der Regel auch in Betracht, wenn jemand nach einer rechtskräftigen Geldbuße für mindestens 26 km/h zu viel innerhalb eines Jahres erneut mindestens 26 km/h zu schnell fährt.
Redaktionsnotiz
Die Zahlen zeigen, dass an Messstellen mit wenigen Fahrzeugen viele Verstöße auffallen können. Wer in Lendringsen oder auf dem Heimker Weg unterwegs ist, sollte mit weiteren Kontrollen rechnen. Offen bleibt, wie die Polizei die Messstellen auswählt.



