Bocholt – Das Stadtarchiv Bocholt widmet sein „Foto des Monats“ im November dem Ehrenfriedhof für die Opfer des Zweiten Weltkriegs, teilte die Stadt Bocholt mit. Die Anlage liegt auf dem städtischen Friedhof an der Blücherstraße und wurde zu Allerheiligen 1954 von der Stadtverwaltung übergeben. Sie erinnert an die gefallenen Soldaten und zivilen Opfer aus Bocholt aus den Jahren 1939 bis 1945.
Rund 700 Menschen aus Bocholt kamen in dieser Zeit durch Kriegsgewalt ums Leben. Bis dahin waren sie auf vier getrennte Grabfelder des Friedhofs verteilt. Mit der neu gestalteten Anlage erhielten sie eine einheitliche Ruhestätte im Zentrum des Begräbnisplatzes.
Planung und Gestaltung
Die Planungen begannen 1951. Das städtische Garten- und Friedhofsamt fertigte die Entwürfe an. Sachverständige des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Landesverband NRW gaben nach zwei Jahren Projektarbeit ihre Zustimmung.
Vorgesehen war eine Rasenfläche mit durchgehender Mittelachse. Sie sollte zu einem vier Meter hohen Hochkreuz aus Ruhrsandstein führen. Vom breiten Mittelgang aus erreicht man die Gräber über einzeln verlegte Steinplatten. Die Grabkreuze bestehen aus demselben Stein wie das Hochkreuz. Je vier Grabstellen bekamen ein Gedenkkreuz, das vorn und hinten möglichst je einen Namen trägt. Einheitlich genannt werden jeweils Vor- und Zuname sowie Geburts- und Todesjahr.
Passend zum stillen und bescheidenen Charakter der Anlage pflanzte man zwischen den Gräbern Schneeheide (Erica carnea). Die Gärtner setzten junge Birken in lockeren Gruppen und verwendeten nur für die äußere Umrandung Laubhölzer. Douglasfichten standen hinter dem Hochkreuz.
Verbindung zur älteren Anlage
Der neue Ehrenfriedhof wurde mit der bisherigen Anlage am Rondell im Knotenpunkt der Hauptwege verbunden. An dieser Stelle lagen die Toten des Ersten Weltkrieges 1914-1918 begraben. Eine nordöstlich verlaufende, mit Birken bepflanzte Allee verbindet beide Gedenkstätten und nahm ihrerseits Kriegsgräber beiderseits des Weges auf.
Die Grabfläche mit 9.600 qm wurde ab dem Frühjahr 1954 angelegt. Beim Bergen der sterblichen Überreste und ihrer Überführung auf das neue Grabfeld packten Stammpersonal und Pflichtarbeiter mit an. Am 1. November 1954 kamen Tausende zum Friedhof, um ihrer Angehörigen und der Bombenopfer zu gedenken. Die Stadt übernahm die Grabpflege und sicherte den Opfern damit ein auf Dauer ausgerichtetes Ruherecht zu.
Redaktionsnotiz
Die Mitteilung zeigt, wie viel Sorgfalt in Planung und Gestaltung des Ehrenfriedhofs steckte, bis hin zur einheitlichen Beschriftung der Kreuze. Offen bleibt, wie die Anlage heute aussieht, denn die Mitteilung beschreibt vor allem ihre Planung und Entstehung.



